Die Zukunft der Privatsphäre.

Von Felix am 2. Januar 2009 um 18:46

SchülerVZ ruft für mehr echte Namen im SchülerVZ auf, doch wieso gibt es überhaupt diese „falschen” Namen und was kann SchülerVZ dagegen tun?

Es stimmt, es existieren viele „falsche” Namen im SchülerVZ. Ein Grund für diese Namen kann das Schützen der eigenen Privatsphäre sein. Bestes Beispiel ist die kleine Studentenbewegung im StudiVZ Ende 2007. Das Schützen der eigenen Identität ist sicher nur ein Grund unter vielen, ist jedoch mit dem Misstrauen der Nutzer gegenüber den Betreibern zu begründen.Das Ändern des echten Namen in einen imaginären Namen ist im Grunde ein genialer Schritt. Wie in der SchülerVZ Gruppe „Ach wie gut, dass niemand weiß…” beschrieben, ist das Suchen nach Leuten mit „falschen” Namen im Normalfall erfolglos. Dies blockt somit auch Informationssammler aus und gestaltet den Betreibern das Unterscheiden zwischen Fake- und Realitäts- Accounts schwerer. Nur der Profilinhaber selber kann entscheiden wer ihn finden darf. Es ist zwar nicht die Idee der Sozialen Netzwerke und „falsche” Namen im SchülerVZ sind theoretisch untersagt, doch ein sehr sicherer Schritt zum Schutz der Identität. Aufpassen muss man jedoch wenn jeder Nutzer einen falschen Namen trägt, denn dann ist die Idee des Sozialen Netzwerks so gut wie gescheitert.

Das Ziel von StudiVZ kann es nicht sein, dass Nutzer imaginäre Namen tragen, denn dies trägt dazu bei, dass das Eingreifen von nicht erwünschten Personen in das Verzeichnis noch einfacher gestaltet wird, als es momentan schon ist. Der Schutz beruft sich augenblicklich nur noch auf Eigeninitiative der Nutzer und das Nutzen der Meldefunktion. Das StudiVZ hat anscheinend diesen Kampf schon lange verloren, SchülerVZ steht noch am Scheidepunkt.

Also was ist zu tun um dieses Vertrauen wiederzugewinnen und einen Grund zur falschen Namensgebung zu beseitigen?

Grafik 1

Grafik 1

Wie immer, Neuentwicklungen, explizite Neuentwicklungen zum Schutz der Privatsphäre. Erster Schritt ist die richtige Ausnutzung der Freundesliste. Welche in der aktuellen Weise keine Aufgaben trägt. Hierzu muss ein Button zur Einsortierung jedes Freundes auf der Profilseite installiert werden (Siehe Grafik 1). Die Begrenzung an Personen in einer Freundesliste aufgehoben werden und das Einstellen der Privatsphäre mithilfe der Freundeslisten angepasst werden (Siehe Grafik 2).

Das direkte Einstellen der Privatsphäre kann zu sozialen Problemen führen, ist jedoch eine wichtige Weiterentwicklung in Sachen Schutz der eigenen Identität.

Der nächste Schritt könnte dann eine individuell angepasste Profilseite sein. (Verschiedene Inhalte / Texte für verschiedene Freundeslisten)

Grafik 2

Grafik 2

StudiVZ schaut auf die weitere Entwicklung der Privatsphäre mit konservativen Augen. Die Angst liegt vermutlich darin, dass eine „geschlossene Gesellschaft”, in Form von geschlossenen Profilen, wie es bei Facebook der Fall ist, das bei den Nutzern so beliebte herumstöbern auf Profilen an Attraktivität verliert und so die Hauptbeschäftigung im VZ wegbricht, welches die Folge von Verlusten der Nutzerzahlen hat.

Facebook schließt ihre Profile direkt, jedoch wäre diese neue Einstellung bei SchülerVZ nicht vergleichbar, da es den Nutzern mehr und einfachere Möglichkeiten gibt. Eine Modernisierung in Sachen Social Network, welche weiterhin die Übersichtlichkeit von StudiVZ beibehält.

Die Angst ist durchaus berechtigt, kann jedoch mit weiteren attraktiven Neuentwicklungen aufgefangen werden.

StudiVZ sollte den konservativen Weg verlassen und nicht mehr nur das tun was schon funktioniert hat, sondern zusätzlich das tun was es noch nicht gibt. Hierbei sollen die Nutzer entscheiden was gemacht wird und was nicht. Eine Weiterentwicklung der Privatsphäre würde StudiVZ viele Sympathiepunkte gewinnen lassen, wobei die Kritiker mit neuen Funktionen gelockt werden sollten.

Die Gruppen zur Entwicklung neuer Funktionen sehen Nutzlos aus, eine Änderung in ein Fragebogensystem wäre wünschenswert.

Darum wünschen wir uns von SchülerVZ für 2009 mehr Mitspracherecht, mehr Privatsphäreeinstellungen und mehr Funktionen.

Das System des Mitspracherechts im Internet funktioniert wie das Beispiel deinfussballclub.de beweißt. Das ist modernes Internet!

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Kommentare
Kommentar von JakobD
am 2. Januar 2009

Die Radiobuttons sind etwas unpassend im zweiten Bild (jedenfalls die Unteren), aber im Prinzip stimmt euro Forderung.

Kommentar von wemaflo
am 3. Januar 2009

Echt eine gute Idee! Wenn mehr Nutzer ihren echten namen angeben, steigt der Wert der Datenbank enorm! Denn wer braucht schon unechte Nutzerprofile?

Nicht vergessen: Auch wenn ein normaler Nutzer mit den entsprechenden Einstellungen den wirklichen Namen nicht sehen kann, in der Datenbank steht er. Und was mit dieser passiert, kann der Nutzer nicht einsehen.

Kommentar von Felix
am 3. Januar 2009

Genau deswegen kann es ja nicht im Intresse von StudiVZ sein, dass falsche Namen verwendet werden.

Kommentar von wemaflo
am 3. Januar 2009

Das wollte ich damit ausdrücken :)
Solange es nicht einmal einer erneuten Bestätigung der AGB bedarf, um SchuelerVZ beispielsweise an facebook zu verkaufen (beim Verkauf an Holzbrinck wurde sich da ja auch recht viel Zeit gelassen), habe ich ein etwas dummes Gefühl bei der Sache.

Nur frage ich mich, was gegen diese Dinge die hier vorgeschlagene Erweiterung der Privatsphäreoptionen bringt. Die existiert auch nur nach Außen. Wie gesagt, in der Datenbank steht der Name ganz und daran scheint der Betreiber ein gesteigertes Interesse zu haben.

Kommentar von Martin
am 3. Januar 2009

@wemaflo: StudiVZ braucht keine neue Zustimung zu den AGB, wenn das unternehmen verkauft wird, da es sich um eine so genannte kleine Änderung handelt, was bedeutet, das StudiVZ dich darüber informieren muss und du innerhalb von 2 Wochen deinen Vertrag mit StudiVZ kündigen kannst. Wenn du das nicht machst, bist du damit einverstanden. Die Information passiert über den Klartext in StudiVZ und per E-Mail an alle Nutzer.

Bei größeren Änderungen wie der personalisierten Werbung muss extra zugestimmt werden. Das ist auch in den StudiVZ AGB erklärt.

Und dass die Betreiber ein Interesse an echten Namen haben ist auch ganz einfach: Nur mit echten Namen wirst du über die Suche gefunden und daher mehr vernetzt. Nutzter die mehr vernetzt sind nutzen StudiVZ mehr und sehen daher mehr Werbung.

Es geht also bei allem immer darum, dass die Nutzer mehr Werbung sehen, den nicht die Nutzer sind die Kunden von StudiVZ sondern die werbenden Unternehmen.

Kommentar von Niklas
am 3. Januar 2009

@wemaflo: Wenn du StudiVZ deinen echten Namen nicht anvertrauen willst, darfst du dich eigentlich garnicht anmelden, den nach den StudiVZ AGB muss der echte Name und das echte Geburtsdatum angegeben werden.

Kommentar von Daniel
am 3. Januar 2009

Ich persönlich glaube nicht, dass irgendwelche Leute, die ihren namen in “Gangzta-Playa lübt sain schatzüü üba alles 4 eva” ändern, sich gedanken über den datenschutz machen.
Alles, was die wollen ist ein gepimpter name.
und seien wir mal ehrlich, je höher der bildungsstand der leute ist, umso eher haben sie einen echten namen, und kürzen wenn dann nur ihren nachnamen ab, indem sie ihn durch einen buchstaben ersetzten.

Kommentar von wemaflo
am 3. Januar 2009

@Martin: Eben das schrieb ich ja :) Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber ich mag es nicht, wenn eine Datenbank voll mit Nutzerprofilen verkauft werden kann, ohne dass der Nutzer seine Zustimmung geben muss.
Wird dein Profil vollständig gelöscht, wenn du das Nutzungsabkommen mit dem SchuelerVZ annulierst? Woher soll man diese Gewissheit nehmen?

@Niklas: Das ist ein wirklich schlagendes Argument. Damit hast du vollkommen Recht. Jetzt stellt sich die Frage, ob die Betreiber des Netzwerkes lieber Nutzer mit falschen Namen haben, oder lieber auf all diejenigen mit falschem Namen verzichten… Ich tippe auf ersteres.

@Daniel: Auch du hast Recht. Ich bin dort angemeldet. Mit meinem natürlichen Namen. Allerdings ist der Nachname auf einen Buchstaben gekürzt und zwar nicht durch die Einstellungen, sondern weil ich nicht mehr angegeben habe.
Die “Verzierung” von Namen durch lustige Sonderzeichen stört auch mich. Das hat (meistens) nichts mit der Wahrung der Privatsphäre zu tun, sondern ist ein Produkt des MSN-Zeitalters…
Mir geht es vielmehr um Sensibilisierung der Nutzer im Umgang mit ihren persönlichen Daten.

Kommentar von Felix
am 3. Januar 2009

Es stimmt das die Gefahr besteht das die Daten unrechtlich verkauft werden können oder verschludert werden. Da hat man nie eine Sicherheit und darauf sollte man auch achten und eine Sensibilität entwickeln.
Die Zeichen haben sicher nichts mit der Privatsphäre zu tun, es gibt aber Nutzer die ihre Namen absichtlich in falsche Namen ändern. Wie gesagt es ist nur ein Grund unter vielen warum Nutzer ihre Namen “fälschen”.

Kommentar von bernie
am 7. Januar 2009

sorry, aber dieser Vorschlag zur Privatsphäre lässt völlig aussen vor, wie performance-lastig das ganze ist. Und das IST nun mal ein wichtiger Punkt. Kann die Plattformbetreiber absolut verstehen die eine derartig diffizile Aufsplittung zur Sichtbarkeit ablehnen. und ihr müsst mal weiterdenken:
wenn man schon sein Profil derartig beschränken kann muss das auch Auswirkungen auf die Supersuche haben, das heisst man darf nicht unter Verwendung von Suchkriterien gefunden werden. Hat alles irre Konsequenzen, was wiederum Performance ohne Ende erfordert. Viel wichtiger ist aber Privatsphäre zumindest für mich bedeutet, dass ich weiss mit dem ich es zu tun habe. Und ich finde das studivz-Feature dass man anomym surfen kann zum Kozten gelinde gesagt. Schön, dass STalker auf meiner Seite herumturnen können. Wie prima wird das erst wenn man sein PRofil NOCH weiter einschränken kann wie es oben vorgeschlagen ist. Ja genau, es wird öde und langweilig werden im Netzwerk, Paradies für Stalker und Schnüffler, die aber selbst nix von sich preisgeben. Vielen Dank. DAnn melde ich mich gar nicht mehr an. Denn mit den wahren Freunden innerhalb meiner virtuellen Freundeslisten kann ich auch anders in Kontakt bleiben.

Kommentar von David
am 9. Januar 2009

@ Bernie: Welche Performanceeinbußen? So, wie ich das sehe, wird durch weiterführende Privatsphäreeinstellungen, die meiner Meinung nach dringend nötig sind, nicht mehr Traffic produziert. Wie auch?
Wenn ich mir Gedanken um fehlende Kapazitäten machen würde, setze ich mich mal an die Fotoalbenphilosophie dran – denn was da abgeht ist performancelastig!
Ganz sicher keine zusätzlichen Einstellungen betreffend der Privatsphäre.

Kommentar von bernie
am 9. Januar 2009

david:
Du hast wenig Ahnung wie ich merke ;/ sorry.
es sind zusätzliche Datenbankabfragen und die gehen auf Kosten der Performance.

Kommentar von David
am 11. Januar 2009

Mach Dir um die Ahnung keine Sorgen. Die DB-Abfragen fallen bspw. nicht derart ins Gewicht, wie der Traffic, der wegen der Fotoalben entsteht.

Kommentar von David
am 11. Januar 2009

Aber interessant, dass mit diesem Ansatz an die Privatsphäre herangegangen wird…

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